Volles Haus und ein Film

Natürlich bin ich jetzt erkältet. Natürlich bin ich jetzt etwas traurig – aber nicht, weil die Premiere von „Es geht dahi“ in der Walba etwa schlecht war letzten Freitag – ganz im Gegenteil. 

Es war einfach so schön, es lief für mich so gut und es hat so viel Spaß gemacht, dass ich mich nach der tollen Premiere richtig leer fühle. Und kränklich mit Kopfweh. 

Im Vorfeld der Premiere hat mich zwar auch die eine oder andere kurzfristige Absage kurz aus dem Tritt gebracht, beflügelt haben mich aber auch die vielen „Toitoitoi“s, die guten Wünsche, die Geschenke, die Freundinnen und Freunde die mir ausgeholfen haben und mir jeden Morgen Nachrichten geschrieben haben mit: „Du schaffst das, wir stehen hinter dir!“.

Es ist kaum in Worte zu fassen, was für ein Projekt es ist, eine erste Solo-Premiere mit 36 Jahren vor 180 Gästen abzuhalten und den Abend auch noch selbst zu planen. Ich möchte nie wieder Veranstalter und Act gleichzeitig sein müssen!

Um so mehr hat es mich gefreut, dass der Abend vor dem vollen Haus in diesem wunderschönen neuen/alten Saal in der Walba so schön gelaufen ist. Bei Küchel, Schmalzbroten und Fasslbier konnten die Gäste noch etwas Manöverkritik üben und ich war am Schluss einfach nur erleichtert und dankbar. 

Apropos Kritik: Leider habe ich wieder einmal keine Kritik der örtlichen Tageszeitung bekommen. Dabei war ein Journalist anwesend, der auch fleißig geschrieben hat – aber es landet eben wohl nicht jeder Text im Blatt. Da kann man als Veranstalter/Künstler noch so viele Journalisten einladen, Newsdesks anschreiben, usw. Manche Journalisten sagen kurzfristigst ab, andere können die Texte nicht platzieren – ich weiß nicht, woran es immer im Detail liegt. Dabei bin ich ja selbst gelernte Journalistin – und da kenne ich eigentlich die Regel: Wenn wer kommt, steht was drin. Bzw. wer Karten for free bekommt, schreibt dann auch eine Besprechung. 

Es muss ja keine Lobhudelei sein. Aber eine Besprechung. 

Aber ich habe es leider in den letzten Jahren öfter erlebt, dass ich eben nicht besprochen werde. Vielleicht gilt man auch nicht als Künstler*in – da wo man herkommt. Wer weiß das schon?

So schreibe ich meine Kritik dann eben selbst. 

Mir war es ein wenig zu lang nur minimal – das ist allerdings durchaus ok und schleift sich sicher noch ab. Außerdem braucht man bei einer Premiere aus einigen Gründen gerne einmal etwas länger. Eine Pointe habe ich vergessen. Die wäre sehr schön gewesen. Aber die habe ich bei den Versuchsauftritten schon so oft ausprobiert – also bin ich nur halbtraurig.

Manchen Besuchern hat der erste Teil etwas besser gefallen – der dreht sich um die 80er, die Kindheit in der Oberpfalz, die Selbstverständlichkeit des Kalten Krieges und die hohen Anforderungen an uns Frauen – die wir uns oft selbst stellen. 

Anderen Besuchern hat der zweite Teil besser gefallen. Der beschäftigt sich mit politischeren Themen, der Ambivalenz der Dinge, Überforderung und Ängsten. Und dann gibt es da noch die Erleuchtung. 

Die Anfangsklammer lasse ich in Zukunft wohl weg und daher bleibt sie hier unerwähnt. 

Das wars. Der Saal war gut beheizt, der Applaus sehr rührend. Und stehend. 

Ich bin froh. Das Einzige, was mich ärgert ist, dass ich mich lange mit einem Journalisten über das Stück unterhalten habe, obwohl der Saal voller netter Menschen war. Das passiert mir so sicher nicht mehr. 

Am Sonntag hat mich noch Oberpfalz.de mit einem schönen Video erfreut. Auch einen kleinen Blogeintrag gibt es über mich. Vielen Dank. 

Ich widme mich jetzt wieder meiner Erkältung. Hatschi.

Danke an: Meine beste Regie Franziska Wanninger, Maria Hafner, Familie Menzl, Michi Schwarzfischer, meinen Mann, meine Familie, Agentur Zweigold, Ohlala Haare, Sigurd Roscher Film, Christof Schmeisser, Florian Topernpong, meine Kolleginnen und Kollegen, meine Freundinnen, meine Homies, Stina Walterbach, Kristina Weber, Thomas Muggenthaler, Cindy Michel und das Team von Oberpfalz.de und alle anderen!

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