Im Bann der Erkenntnis

Ok, die Überschrift klingt wie eine Folge „TKKG“ – ist aber auch beabsichtigt. 

Zum Einen habe ich ein kleines Video meiner Premiere auf YouTube gestellt – passend zu Allerheiligen habe ich mich für den Themenkomplex „Beerdigungen“ entschieden. 

Ich bin immer noch erkältet – Und daher hüte ich seit Allerheiligen auch brav das Kanapee. Das hat natürlich ein erhöhte Surf-Aufkommen zur Folge und so bin ich über eine FB-Ad zu meinem Video bei Oberpfalz.de (Siehe letzter Blogbeitrag)  gekommen. 

Hater-Alarm. Das bemerkt man immer daran, dass jedes Wort abgewogen wird, um dann mit einer Unabdingbarkeit falsch verstanden zu werden. 

Wenn man beispielsweise sagt, dass man selbst irgendwo nicht glücklich war, wird das als Fedehandschuh für die ganze Region gesehen. Dabei war man eben nur selbst dort nicht glücklich. Wenn ein Landstrich in dir eine gewisse Lücke nicht füllen konnte, und du das frei erklärst, wird das sofort so gewertet, als würdest du den Landstrich hassen. Aber vielleicht liebst du einfach nur deinen Dialekt, deine langweilige Straße in der du aufgewachsen bist – vielleicht ist Mexiko bunt, Regensburg aber anders bunt und du brauchst eben diese Farben. Warum? Nicht, weil du etwas nicht magst, sondern weil das eine dich innerlich erfüllt, das andere aber nicht. Erklärbar? Kaum. Streitbar? Sicher nicht. Aber erzählbar. Ja. 

Empfindungen kann man nicht erklären und sollte man vielleicht auch nicht. Ich für meinen Teil habe beschlossen, dass ich einfach keine Personality-Geschichten mehr mache. Das ist durch. 

Das Leben ist kompliziert genug – als dass ich noch irgendwelche allgemeingültigen schwarz-weiß Kommentare zu zutiefst relativierten Gefühls-Aussagen lesen will. 

Du sprichst in einem Beitrag über die Ambivalenz der Dinge und selbst das wird noch generalisiert. Du erzählst deinen Weg und sagst bewusst, was „für dich“ funktioniert – und selbst das wird noch als Angriff auf ganze Volksgruppen empfunden. 

In einer Rückkehrerserie sollte man doch erzählen dürfen, warum man zurückgekehrt ist, oder? Oder nicht? Ich bin verwirrt… 

Und um die Verwirrung perfekt zu machen, ist noch zehn Tage nach der Premiere die Kritik dazu erschienen. Ich musste mich über die Kritik viel freuen und auch sehr lachen. Aber das ist eine andere Geschichte, die ich vielleicht auch gar nicht erzählen will. Wer etwas über das Programm erfahren will, ist vielleicht auch schlichtweg gut beraten, wenn er oder sie einfach reingeht. Die Termine findet ihr auf der Webseite. 

Und jetzt? Sind wir immer noch in diesem Zeitalter, in dem dir auf Social Media niemand hilft, wenn deine Herdplatte kaputt ist, es aber jeder diskutieren muss, wenn du persönliche Empfindungen teilst? 

Vielleicht schlafe ich jetzt erstmal. 

Ist besser. 

Und irgendwann – irgendwann… werde ich diese ganzen Kanäle löschen. 

 

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